Die US Amerikanerin Lindsey Vonn
stellte in Tarvis ihre Sonderstellung bei den Speed-Damen unter Beweis
und siegte mit 51 Hundertstel Sekunden Vorsprung vor der Schweizerin
Fabinne Suter, die sich über ihren vierten Podestplatz des Winters
freuen durfte. Rang 3 sicherte sich die Slowenin Tina Maze (+0,67)
Die 24-Jährige Doppel-Weltmeisterin
von Val d’Isere ist nun mit ihrem 19. Weltcup-Sieg die erfolgreichste
US-Skiläuferin aller Zeiten und festigte damit auch ihre Führung im
Gesamtweltcup. Bisher musste sie sich diesen Titel mit Tamara McKinney
teilen. Die Gesamtsiegerin von 1983 hatte in ihrer Karriere je neun
Riesentorläufe und Slaloms, in Summe also 18 Weltcup-Rennen gewonnen.
In der Super-G-Wertung liegt Suter
somit noch vier Punkte hinter der Führenden Nadia Facnchini, die im
Heimrennen auf Rang fünf fuhr.
Auch die Schweizerin Nadja Kamer
konnte an ihre zuletzt gezeigten Auftritte anknüpfen und überzeugte mit
dem sechsten Platz. Mit der neuntplazierten Andrea Dettling schaffte
zudem eine dritte Schweizerin den Sprung in die Top 10.
Als beste Österreicherin überraschte
Kathrin Zettel, die mit 0,68 Sekunden Rückstand auf Platz vier fuhr.
Anna Fenninger (+0,96) wurde Achte, Elisabeth Görgl (+1,01) fuhr auf den
10. Rang.
Am meisten wird sich die Schwedin Anja
Pärson ärgern, sie war heute klar die Schnellste, lag bei der letzten
Zwischenzeit etwa 8 Zehntel vor Lindsey Vonn, bracht aber den Lauf nicht
ins Ziel.
Mit ihrem heutigen Sieg baute Vonn
ihren Vorsprung in der Gesamtwertung auf Maria Riesch, die sich mit Rang
17 begnügen mußte, auf beinahe 300 Punkte aus.
Das letzte
Rennen - WM SUPER G der Damen in Val d'Isere
Lindsey Vonn gewinnt Gold im
Super-G von Val d'Isere
Lindsey Vonn gewinnt zum Auftakt der
40. Alpinen Ski-WM die Goldmedaille im Super G. Die US-Amerikanerin
verdrängt die lange Zeit Führende Marie Marchand-Arvier aus Frankreich
um 0,34 Sek. auf den zweiten Platz. Tolle Dritte und damit Gewinnerin
der Bronzemedaille wurde die Salzburgerin Andrea Fischbacher (+ 0,40).
Für Vonn ging mit dem ersten WM-Titel
natürlich ein sehnlicher Wunsch in Erfüllung. "Das ist einfach super.
Nach den vielen Ausfällen und aufgrund meiner hohen Nummer hatte ich
aber nicht gedacht, dass ich das schaffe", meinte die Wahl-Tirolerin -
in der Weltcup-Zeit wohnt sie in Kirchberg. Die 24-Jährige hatteie auch
am Sonntag bei der Super-G-Generalprobe in Garmisch-Partenkirchen
gewonnen, in Frankreich hat sie sich bei ihrer Fahrt an jener von
Fenninger orientiert.
"Ich bin genau ihre Linie gefahren,
weil ich wusste, dass das die richtige ist", berichtete die überlegene
Leaderin im Gesamt-Weltcup. Die Bedingungen haben aber auch Vonn stark
zugesetzt: "Es war extrem schlagig und wellig. Dazu war auch die Sicht
sehr schlecht." 2007 bei der WM in Aare hatte sich Vonn noch mit zweimal
Silber in Abfahrt und Super-G zufriedengeben müssen.
Pech hat Anna Fenninger, die bei ihrem
WM-Debüt mit dem undankbaren vierten Platz vorlieb nehmen musste. "Ich
habe meine Nummer 1 voll ausgenutzt und bin mit meiner Leistung voll
zufrieden", so die 19-Jährige, die ihre Startnummer als große Ehre
empfand. "Mit der Nummer 1 die WM zu eröffnen, davon träumt wohl jede
Läuferin. Ich war schon sehr nervös." In der Nacht vor dem Rennen habe
sie "ziemlich viel Blödsinn geträumt".
Wie die meisten Fahrerinnen berichtete
auch Görgl ("Platz sechs zählt bei einer WM leider nichts") von einem
"brutal schweren und riesentorlaufähnlichen" Kurs. "So etwas sind wir
vorher noch nie gefahren", meinte die gebürtige Steirerin.
Für Götschl blieb auch in Val d'Isere
der erhoffte Befreiungsschlag aus, die Steirerin schied nach wenigen
Sekunden aus. "Ich bin zu direkt gewesen. Besichtigungsfehler war das
aber keiner, so etwas ergibt sich einfach in der Rennsituation. Solche
Sachen sollten nicht passieren, aber sie passieren eben." Für Götschl
ist die WM aber natürlich noch nicht zu Ende. "Mir bleibt noch die
Abfahrt."
Auch für Maria Riesch hat die WM nicht
mit dem erhofften Erfolgserlebnis begonnen. Die Deutsche fuhr auf der
anspruchsvollen Piste in Val d'Isère zu verhalten und landete auf dem
achten Platz. «Es hätte vieles einfacher gemacht, wenn es heute mit
einer Medaille geklappt hätte. Jetzt heißt es locker bleiben und nicht
verunsichern lassen»
Erfreulich aus Sicht des DSV ist der
10. Platz von Viktoria Rebensburg zu vermelden. Rebensburg hatte
unterwegs ein «scheiß Gefühl», durfte sie sich aber dann im Ziel freuen.
Gina Stechert schied ebenso wie Titelverteidigerin Anja Pärson aus
Schweden aus.
Die Erwartungen in die Schweizer
Fahrerinnen für das erste Rennen der Ski-WM im französischen Val d'Isère
waren gross. Doch schon die beiden ersten Fahrerinnen Fränzi
Aufdenblatten und Andrea Dettling scheiterten am Dienstag auf der
anspruchsvollen Strecke des Super-G. Nach Torfehlern schieden sie aus.
Lara Gut, in die die grössten
Hoffnungen gesetzt worden waren, schied nach einem „Einhänger“ fast aus,
fing sich dann aber im unteren Teil der Fahrt und sicherte sich den
siebten Platz. Fabienne Sutter schliesslich fiel nach mehreren Fehlern
über zwei Sekunden zurück und landete auf dem elften Platz.
Stimmen zum Rennen
Lindsey Vonn: "Es ist so super.
Ich hätte nicht gedacht, das ich das schaffe, weil vor mir so viele
ausgefallen sind. Und auch die Sicht war bei den hinteren Nummern nicht
so gut. Ich habe die Fahrt von Anna Fenninger gesehen, und sie ist unten
super gefahren. Da habe ich dieselbe Linie gewählt, und das hat sich als
richtig herausgestellt. Die Ausfälle haben mich allerdings etwas nervös
gemacht, weil es oben doch ziemlich schlagig war. Aber ich bin von etwas
weiter hinten gekommen und konnte den Wellen größtenteils ausweichen."
Marie Marchand-Arvier:
"Das ist ein großer Moment für mich. Ich habe richtig
gezittert. Das war magisch - fantastisch, daheim Silber zu gewinnen. Das
war möglicherweise das Rennen meines Lebens. Ich bin einfach
überglücklich."
Andrea Fischbacher: "So richtig
schnell habe ich mich eigentlich nicht gefühlt. Es ist ziemlich
dahingegangen, also richtig wild. Oben ist ein langer, ziemlich
unruhiger Schwung, in den ich etwas zu früh und mit zu wenig Richtung
hineingegangen bin. Da hat es mich dann ein wenig hinausgedrückt und
natürlich gebremst. Ganz realisiert habe ich das noch nicht, es ist
einfach unbeschreiblich."
Blick
zurück - Saison 2006/07
in Tarvisio
Götschl gewinnt Super-G in Tarvisio
Österreichs Speed Queen Renate Götschl hat den
Super-G im italienischen Tarvisio in souveräner Manier gewonnen. Die
Steirerin, die bereits die Weltcup-Wertung in ihrer Spezialdisziplin
vorzeitig für sich entschieden hatte, gewann am Sonntag vor ihrer
Teamkollegin Nicole Hosp und der Amerikanerin Julia Mancuso.
Götschl hat
damit in dieser Saison bereits sieben Siege gefeiert und eine neue
persönliche Bestleistung aufgestellt. Zudem ist sie nun mit 17 Siegen im
Super-G die erfolgreichste Fahrerin in dieser Disziplin vor Katja
Seizinger (GER/16), Carole Merle (FRA/12) und Michaela Dorfmeister (10).
Eine stille Siegerin war Alexandra Meissnitzer, die möglicherweise nach
Saisonende ihren Rücktritt bekannt geben wird ("Ich werde das in Ruhe
entscheiden"). Mit nur 0,07 Sekunden Rückstand verpasste "Meissi" als
Vierte das Stockerl, war darüber aber nur bedingt traurig: "Ich bin
einfach froh, so eine Fahrt ins Ziel gebracht zu haben. Die ersten Drei
fahren derzeit einfach mit so einer Sicherheit - die hat mir die
komplette Saison über gefehlt. Wenn du so drauf bist, fährst du dann
auch mal gleich eine halbe Sekunde schneller."
Marlies Schild mußte sich
heute mit dem 12. Platz begnügen, direkt dahinter folgten Christine Sponring, Andrea Fischbacher und Kathrin Wilhelm die als 15. das Rennen
beendete.
Die Schwedin Anja Pärson (SWE) schied mit klarer
Zwischenbestzeit kurz vor dem Ziel aus.
Maria Riesch aus Partenkirchen
erreichte als Achte ihr bestes Saisonresultat im Super-G. Die
Oberstdorferin Gina Stechert qualifizierte sich mit einem 21. Platz für
das Weltcup-Finale Mitte März im schweizerischen Lenzerheide. Dort ist
auch Petra Haltmayr aus Rettenberg dabei, die als 28. in Tarvisio
ebenfalls in die Punkte fuhr.
Als beste des Swiss-Ski-Teams belegte
Fabienne Suter den 23. Rang. Nadia Styger (27.) und Martina Schild (29.)
verloren ebenfalls über zwei Sekunden.
Die 31-Jährige Götschl, die
bereits als Gewinnerin der Kristallkugel in Abfahrt und Super G
feststeht, führt nun im Gesamtweltcup mit 1.199 Punkten ex aequo mit der
US-Amerikanerin Julia Mancuso. Nicole Hosp und Marlies Schild ließen
sich aber nicht abschütteln und können am Technik-Wochenende in Zwiesel
wieder zurück schlagen.
Sechs Rennen stehen noch aus. 2 Slaloms, 2.
Riesenslaloms und je eine Abfahrt und ein Super G. Damit spricht
eindeutig mehr für die Allrounderinnen Hosp, Schild und Mancuso. Götschl
hat nur in den Speed-Renenn realistische Chancen auf „Big Points“.
Die
Top 10 Rennfahrerinnen beim Super-G in Tarvisio: 1. Renate Götschl (AUT)
1:18,66. 2. Nicole Hosp (AUT) 1,01 zurück. 3. Julia Mancuso (USA) 1,22.
4. Alexandra Meissnitzer (AUT) 1,29. 5. Tina Maze (SLO) 1,35. 6. Stacey
Cook (USA) 1,42. 7. Britt Janyk (CAN) 1,55. 8. Maria Riesch (GER) 1,62.
9. Emily Brydon (CAN) 1,71. 10. Ingrid Jacquemod (FRA) 1,74.